Da hab´ ich erkannt, was für ein Blödsinn das Rauchen ist!

„Da hab´ ich erkannt, was für ein Blödsinn das Rauchen ist!“

Franz Grünbart war Kriminalpolizist, engagierter Helfer für Verbrechensopfer und leidenschaftlicher Raucher – jahrzehntelang, bis zu einem Herzinfarkt. Dass er nun seit eineinhalb Jahren keine Zigarette mehr angerührt hat, verdankt der 68-Jährige aus Neuhofen auch dem ersten Innviertler Rauchfrei-Tag.

Herr Grünbart, wie fühlen Sie sich als Nichtraucher?
Ich weiß nicht, ob man als starker Raucher tatsächlich jemals wieder Nichtraucher wird. Die Nikotinsucht – und etwas anderes ist das Rauchen nicht – bleibt. Ich würde eher sagen: Ich bin ein Raucher, der nicht mehr raucht. Dass es mir ohne Rauchen besser geht, ist keine Frage.

Wie lange haben Sie geraucht?
40 Jahre lang, täglich ein Packerl Zigaretten. Oft auch mehr, speziell beim abendlichen Ausgehen und im Nachtdienst. Da war die Kombination Kaffee und Zigaretten ein Klassiker. Ich habe mich nicht schlecht gefühlt, hatte keinen Raucherhusten oder so etwas. Natürlich war ich nicht so naiv, zu glauben, dass das gesund ist. Natürlich habe ich gewusst, dass Rauchen schadet. Aber man meint ja immer, treffen tut´s nur die anderen. Das ist trügerisch.

Denn getroffen hat es dann auch Sie.
Ja, im Mai 2019. Ich hatte Schmerzen in der Brust und im Rücken. Erst habe ich geglaubt, ich habe mich verkühlt. Doch es war ein Herzinfarkt. Es ist zu einer Vernarbung im Herzmuskel gekommen, mit Nachwehen bis heute. Wenig später hat mich dann ein Clubfreund von den Rieder Kiwanis auf den Rauchfrei-Tag des Vereins Gesundes Ried aufmerksam gemacht und mich auch gleich angemeldet. Ich habe mir auf gut Innviertlerisch gedacht: Na ja, hilft´s nix, so schadt´s nix.

Und hat´s geholfen?
Ich hatte zwar seit dem Infarkt nichts mehr geraucht, aber ich hatte mir doch wieder Zigaretten gekauft und immer in der Jacke mitgetragen, sozusagen für alle Fälle. Ich hatte ja auch bei meinem Reha-Aufenthalt gesehen, dass manche „Kameraden“ selbst dort weiterpaffen. Aber nach dem Seminar habe ich das Packerl dann verschenkt. Und keines mehr gekauft.

Haben Sie zuvor schon einmal versucht, mit dem Rauchen aufzuhören?
Ja, vor langer Zeit. Damals habe ich sieben Monate lang nicht geraucht. Dann habe ich aus Leichtsinn und Blödsinn wieder zu einer Zigarette gegriffen, und es ist wieder dahingegangen. In der Folge habe ich es nie mehr probiert, auch nicht mit irgendwelchen Hilfsmitteln wie Kaugummi, Nikotinpflaster et cetera.

Was hat das Rauchfrei-Seminar bewirkt?
Die Vortragenden, insbesondere der Experte Thilo Baum, haben klar herausgearbeitet: Rauchen ist absolut sinnlos und dient nur einem einzigen Zweck, der kurzfristigen Befriedigung der Nikotinsucht. Man redet sich zwar ein, dass es schmeckt, aber es geht nur um Sucht. Mit üblen Folgen, finanziell und vor allem gesundheitlich. Die Botschaften sind sehr gut herübergekommen und bei mir „voll eingefahren“, wie man so sagt. Das hat mich massiv bestärkt und mir nachhaltig geholfen. Ich bin jetzt seit eineinhalb Jahren „clean“ und weiß, dass ich weiterhin aufpassen muss. Aber ich weiß jetzt auch aus Überzeugung, welcher Unsinn es ist, zu rauchen. Ich hoffe bloß, dass die Einsicht nicht zu spät kommt.

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